Energiemanagement in der Stahlindustrie

Der ganzheitliche Ansatz der Georgsmarienhütte

Die Stahlindustrie gehört zu den energieintensivsten Branchen in Deutschland. Umso wichtiger ist ein stringentes Energiemanagement. Die Georgsmarienhütte GmbH hat ein transparentes System entwickelt, das von den Impulsen und dem Engagement aller Beschäftigten lebt.

Um in einem Elektroofen Stahl aus Schrott zu schmelzen, werden große Mengen Strom benötigt. Und wo viel Energie verbraucht wird, spielt der Schutz des Klimas und der Ressourcen eine wichtige Rolle. Die Georgsmarienhütte GmbH ist sich dieser besonderen Verantwortung der Stahlindustrie bewusst und hat schon vor Jahren den Weg zu mehr Effizienz und geringerem Energieverbrauch eingeschlagen.

Mit Erfolg: Das Unternehmen war das erste Stahlwerk in Deutschland, das nach der damaligen Norm DIN EN 16001 zertifiziert wurde. Das Unternehmen der GMH Gruppe gehörte auch zu den ersten Stahlwerken, die gemäß der 2012 neu angewendeten ISO 50001 zertifiziert werden konnten. 2014 wurde das Unternehmen von der Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft e. V. für herausragende Klimaschutz- und Energieeffizienzleistungen ausgezeichnet und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in den Verein der Klimaschutz-Unternehmen aufgenommen.


Bedarfe reduzieren – Effizienz steigern

Um Energie einzusparen, wurde in der Vergangenheit vor allem auf die Hauptverbraucher geschaut (Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen im Stahlwerk und Hubbalkenofen im Walzwerk). Um Transparenz zu schaffen und neue Einsparungspotenziale zu heben, braucht es aber mehr: eine exakte Analyse der vorhandenen Energiebedarfe und -verbräuche.


Präzise Reports

Deshalb hat die Georgsmarienhütte GmbH ein Energiemesssystem eingerichtet. Es ordnet den Verbrauch der unterschiedlichen Energieformen den einzelnen Werksbereichen und Anlagen zu. Vom Basismonitoring bis zur vollständigen transparenten Darstellung aller Energieverbräuche sowie einer verursachergerechten Kostenstellenzuordnung: Detaillierte Reports des automatisierten Systems zeigen nicht nur, wo es noch Einsparpotenziale gibt, sondern auch, wo und wie die Anlagen weiter optimiert werden können. Jede Einzelmaßnahme trägt ihren Teil zu einem ganzheitlichen Energiemanagement bei. Seien es eine verbesserte Isolierung, ein optimiertes Heizsystem, veränderte Maschinenzeiten oder eine effektivere Beleuchtung – alles trägt zu einem effizienteren Einsatz von Energie bei. 


Ein starkes Wir

Ein weiterer Vorteil des Systems ist seine offene Netzwerkstruktur. Jeder Mitarbeiter mit einem PC-Zugang kann direkt auf die Energiewerte des Werks zugreifen. Die maximale Transparenz ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Mitarbeiter für eine optimale Nutzung der Energie sorgen. Das Ergebnis dieses gemeinsamen Einsatzes sind deutliche Einsparungen im Energieverbrauch und eine Reduzierung des Energiebedarfs. Durch die umfassende Transparenz der Drucklufterzeugung und -verteilung ist es unter Beteiligung aller Mitarbeiter zum Beispiel möglich gewesen, den Druckluftbedarf dauerhaft um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Ein nachhaltiger Erfolg!
 

Keyfacts Energiemanagement

  1. Energiebedarf reduzieren: Durch eine umfassende und kontinuierliche Datenerfassung aller Energieträger werden die Prozesse analysiert und optimiert.
  2. Energieeffizienz steigern: Hightech-Anlagen ermöglichen kürzere Anlagenlaufzeiten und einen höheren Automatisierungsgrad.
  3. Gemeinsame Ziele: Alle Beschäftigten sind in die Prozesse des Energiemanagements eingebunden und unterstützen wesentlich den Erfolg.